DDR- Mythos und Wirklichkeit: Ausstellungseröffnung am 5.6. um 14 Uhr

„Die DDR war ein demokratischer Staat“

„Die DDR war ein Friedensstaat“

„Die DDR war ein Arbeiterstaat“

„Die DDR war ein Rechtsstaat“

„Die DDR war eine Wirtschaftsmacht“

„Die DDR war eine Sportmacht“

„Die DDR stand für Antifaschismus“

„Die Stasi war ein `Staat im Staate´“

„Die Stasi war ein ganz normaler Geheimdienst“

„Der Befehl zum Mauerbau kam aus Moskau“

„Das Gebiet der ehemaligen DDR war schon vor 1945 wirtschaftlich benachteiligt“

„Die Planwirtschaft der DDR ermöglichte einen hohen Lebensstandard“

„In der DDR gab es bezahlbare Wohnungen für alle“

„In der DDR gab es keine Altersarmut“

„In der DDR gab es keine Neonazis“

„In der DDR gab es kein Drogenproblem“

„In der DDR gab es Religionsfreiheit“

„In der DDR gab es keine nennenswerte Ungleichheit der Vermögensverteilung“

„In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

„In der DDR durfte jeder studieren“

„Die Kirchen waren in das DDR-System integriert“

„Der Amateursport in der DDR war sauber“

„Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem“

„Die DDR trat konsequent für Umweltschutz ein“

„Die DDR war der bessere deutsche Staat“

 

„Das Gefühl, dem Westen gegenüber benachteiligt zu sein, erzeugt eine falsche Solidarität mit allem, was aus dem Osten kommt, und verhindert einen realistischen Blick auf die ehemalige DDR, die um so rosiger wird, je mehr Zeit vergeht“, schreibt der Theologe Richard Schröder über die deutsche Einheit.

„Hieß es Anfang der Neunziger Jahre noch: Es war nicht alles schlecht, wurde daraus zunehmend: Was war denn schlecht?“, meldet die BStU (Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik) auf ihrer Website.

Fast zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung verschwimmt die Erinnerung an den SED-Staat zusehends. Selbst aufgeklärte Zeitgenossen, die die Diktatur noch am eigenen Leib erlebt haben, laufen immer wieder in die Fallen, die uns durch permanente Wiederholung zum alltäglichen Wissen gewordene Fehlurteile und Legenden über die DDR stellen. Besonders junge Leute wissen wenig über den Arbeiter- und Bauernstaat. So stellen deutsche Schüler der DDR ein erstaunlich positives Zeugnis aus. Vor allem ostdeutsche Jugendliche neigen zu posthumer Verklärung (Berliner Studie des Forschungsverbunds SED-Staat an der FU Berlin von Monika Deutz-Schröder und Klaus Schröder zum DDR-Bild von Schülern). Hier ist Abhilfe nötig, geht es doch um die Stabilisierung unserer Demokratie, um das Lernen aus der leidvollen Erfahrung von zwei Diktaturen auf deutschem Boden.

B. Hopmann