Sein Vater wurde von den Nazis verfolgt – Ron Gompertz am Gymnasium am Stadtpark
Am 23.3.26 besuchte Ron Gompertz aus den USA das Gymnasium am Stadtpark, um Schülerinnen und Schülern über die Lebensgeschichte seines Vaters Rolf Gompertz (1927-2022) zu berichten. Rolf lebte mit seinen Eltern in der Bismarckstr. 118, als in der Reichsprogromnacht am 9.11.1938 die Gestapo in die Wohnung der jüdischen Familie eindrang. Nur das von seinem Vater eilig aus der Schublade gezogene Eiserne Kreuz, das er als Auszeichnung als Soldat im 1. Weltkrieg erhalten hatte, rettete der Familie in diesem Moment das Leben. Diese Erfahrung machte der Familie endgültig klar, dass sie im Deutschen Reich nicht bleiben kann. Schon Ausgrenzungen aus der Gesellschaft seit Beginn der Naziherrschaft 1933 machte der Familie und auch dem jungen Rolf das Leben immer schwerer. Aber mit der Reichspogromnacht, bei der erstmals staatlich organisierte Gewalt gegen die Juden im Reich flächendeckend ausbrach und in Krefeld zwei jüdische Mitbürger ums Leben kamen, wurde die Flucht immer drängender. So brach sie im Frühjahr 1939 in die USA auf, wo die Familie ein völlig neues Leben begann.
Erst 1984 kam Rolf auf Einladung der Stadt Krefeld noch einmal nach Krefeld zurück. Auch wenn er zunächst sehr unsicher war, ob er die Einladung annehmen solle, und er sehr aufgeregt war, gelang es ihm von da an, auch hier in Deutschland von seiner Lebensgeschichte zu erzählen. Nach dem Tod des Vaters setzt nun sein Sohn Ron diese wichtige Aufgabe als sogenannter Zweitzeuge fort.
Eine kleine Gruppe von Schülerinnen hatte Gelegenheit, vor dem Vortrag vor ca. 200 Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 und 10, Ron in einem halbstündigen Interview Fragen zu stellen. Dabei ging es einerseits um die Lebensgeschichte von Rolf Gompertz und seiner Eltern, andererseits aber auch um die Bedeutung der Aufarbeitung und der Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten für uns in Deutschland und weltweit. So wurde abschließend auch über Vergleichspunkte in der Gegenwart in den USA und Deutschland diskutiert.
Zum Abschluss gab Ron Gompertz den Zuhörern das Lebensmotto seines Vaters mit auf den Weg: „Mach die Welt da, wo du stehst, zu einem besseren Ort!“
Barbara Hopmann








